UFO München

UFO München

Die Zukunft der Automatiktür hat begonnen

Im Deutschen Museum in München wurde am 19. November 2009 die umgebaute, ehemalige “Auto- und Eisenbahnhalle” aus den 30er Jahren neu eröffnet.

Auf einer Fläche von 2400 Quadratmetern bietet das Zentrum Neue Technologien eine Plattform für aktuelle Themen aus Naturwissenschaft und Technik. Rund um die neue Ausstellung zur Nano- und Biotechnologie gruppieren sich verschiedene Labore, ein Veranstaltungsforum, Sonderausstellungen und ein Café. Ein Highlight der Dauerausstellung mit Themen aus Physik, Chemie und Biologie ist das DNA-Besucherlabor in Form eines gelandeten UFO’s nach Plänen von Haslbeck Ausstellungsprojekte.

Im Zentrum der Halle „schwebt“ als Sinnbild für Visionen und Zukunftstechnologien ein UFO, in dem sich das DNA-Besucherlabor befindet. An das UFO docken drei Rampen an, welche die Konstruktion tragen und gleichzeitig als Zugang für die Besucher dienen. Die Ausmaße von rund acht Metern Durchmesser und fünf Metern Höhe bieten im Innern viel Platz für ein funktionierendes Labor, in dem Interessierte unter der Aufsicht von Profis Experimente aus dem weiten Feld der Genforschung durchführen können.

Realisiert wurde die Konstruktion aus Edelstahl durch System180 GmbH bzw. SystemTecture GmbH aus Berlin. Anfang 2009 kam die Fa. System180 auf die Fa. Atanassow & Co. Zugangs- und Sicherheitssysteme zu, um eine automatische Öffnung der sich stilecht nach oben öffnenden Türen des UFO’s zu realisieren. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Fa. System180 noch keinen Partner für die Umsetzung der scheinbar simplen Automatisierung der Türflügel gefunden. Gespräche mit namhaften Herstellern von automatischen Türsystemen waren im Sande verlaufen.

Was auf den ersten Blick als einfach erschien, stellte sich bei der Umsetzung als komplexes Problem heraus. Da die Türflügel sich nach oben öffnen sollten, war an der Drehachse ein extrem hohes Drehmoment zu berücksichtigen. Hinzu kam, dass es sich jedoch um einen Personenzugang handelt. Es musste gleichzeitig eine technisch konstruktive Lösung konzipiert und realisiert werden, welche die Tür bei Personenberührung während des Öffnungs- bzw. Schließvorgangs sofort selbstständig und leicht zu stoppt. Eine weitere Herausforderung war es, die Türen im Gefahrenfall zu öffnen, da während der Schauvorführungen im Labor alle Zugänge geschlossen sind. Der Fluchtweg geht im Notfall durch die Türen. Bei Netzausfall müssen die Türen per Hand geöffnet werden können und in der Schwebe bleiben, damit diese keinem Besucher im stromlosen Zustand auf den Kopf fallen. Hierfür musste eine entsprechende Motor-Getriebe-Kupplungs-Einheit entwickelt werden. Gemeinsam mit unserem langjährigen Lieferant, der Fa. Blasi Automatische Türsysteme aus Mahlberg/Baden, wurde die technische Lösung umgesetzt.

An dieser Stelle möchten wir uns besonders für die Unterstützung bei der Blasi GmbH (Entwicklung der Mechanik und Programmierung der außergewöhnlichen Konstruktion) bedanken. Am 18. November 2009 wurden die Türanlagen erfolgreich durch den TÜV München abgenommen. Der Bundespräsident Horst Köhler eröffnete die Ausstellung mit dem UFO am 19. November 2009.

Foto Header: Deutsches Museum